Google testet FLoC erstmal nicht in Europa wegen den dort geltenden Datenschutzbestimmungen.
Google testet FLoC erstmal nicht in Europa wegen den dort geltenden Datenschutzbestimmungen. Das wirft Fragen auf, da mit der neuen Technologie mehr Schutz der Privatsphäre versprochen wurde.

Wegen Datenschutzbedenken testet Google FLoC erstmal nicht in Europa

Während eines Treffens der Improving Web Advertising Business Group (IWABG) beim World Wide Web Consortium am Dienstag räumte Michael Kleber, Google-Ingenieur, ein, dass FLoCs möglicherweise nicht mit dem europäischen Datenschutzrecht vereinbar sind.

“For countries in Europe, we will not be turning on origin trials for users in EEA countries”

Michael Kleber, Google-Ingenieur

Google wird die FLoC-Tests in Europa nicht fortsetzen. Denn es gibt unter anderem Bedenken darüber, welches Unternehmen bei der Erstellung der Interessengruppen Datenverantwortlich und welches Datenverarbeiter ist.

Wir berichteten im Januar, wie die Cookie-Alternative FloC umgesetzt werden soll. Das Testen von FLoCs durch Werbetreibende innerhalb von Google Ads soll im zweiten Quartal beginnen.

Chrome Produktmanager rudert bei Twitter zurück

Kleber positionierte sich laut adexchanger.com sehr deutlich. Robin Berjon, Datenschutz- und Privatsphäreexperte der New York Times, fragte daraufhin ungläubig bei Twitter:

“Verstehe ich das richtig, dass niemand bei Google daran dachte, dass es eine gute Idee sein könnte zu prüfen ob FLoC und FLEDGE in Europa legal betrieben werden können, bevor dieses Projekt in Angriff genommen wird?”

@robinberjon

Daraufhin äußerte sich Marshall Vale, Chrome Produktmanager bei Google, wenige Stunden später bei Twitter:

“Wir starten diesen FLoC-Test für Nutzer in den USA und ausgewählten anderen Ländern und erwarten, dass wir FLoC zu einem späteren Zeitpunkt weltweit zum Testen zur Verfügung stellen.”

@marshallvale

Anbei die Original-Tweets:

DSGVO und ePrivacy Verordnung stellen Google vor Herausforderungen

Hinsichtlich der europäischen Rechtslage zu Datenschutz und Privatsphäre muss Google noch einiges klären. Es könnte zum Beispiel sein, dass eine Person beim zuordnen in eine Interessengruppe mit einer FLoC-ID verknüpft wird. Gesetzlich könnte diese ID und alles was mit ihr verbunden ist als personenbezogene Daten angesehen werden. Auch die Verarbeitung personenbezogener Daten zur Generierung der “Gruppen von Menschen mit ähnlichen Interessen” ohne die entsprechende Einwilligung könnte einen Verstoß darstellen.

Da die Publisher den Nutzern keine klaren Hinweise und keine Wahlmöglichkeiten geben, wie ihre Daten zur Erstellung von FLoCs verwendet werden, könnte dies als Verstoß gegen die ePrivacy-Verordnung angesehen werden. Diese regelt neben vielen anderen Dingen die Verwendung von Cookies im Internet.

Alles in allem ist unklar, welche Auswirkungen der Ausschluss der EWR-Länder von den Tests auf die Zukunft von entpersonalisierter Werbung in Europa und anderen Ländern mit entsprechenden Datenschutzgesetzen haben wird.

Marshall Vale betonte etwas später bei Twitter, dass Google an einer Lösung für Europa arbeitet:

“Wir arbeiten daran, die Tests in Europa so bald wie möglich zu beginnen. Wir setzen uns zu 100 % für die Privacy Sandbox in Europa ein.”

Erst kürzlich hat Google nochmals betont, zukünftig mehr für den Schutz der Privatsphäre der Nutzer zu tun und das Tracking und personalisierte Werbung zukünftig zu unterlassen. Nun bleibt festzuhalten:

“Google sollte dringend eine offizielle Klarstellung liefern”

James Rosewell, CEO und Mitbegründer der Geräteerkennungsfirma 51Degrees und Mitglied der IWABG, adexchanger.com
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